Chronik der St. Margareten-Bruderschaft 1925

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(Bei den Kursiv geschriebenen Texten handelt es sich um Zitate aus den Protokollbüchern)

 

 Gründungsprotokoll: (Abschrift des handgeschrieben Protokolls, eingetragen am 13.09.1925) 

Am 15. Mai 1925 fand im Lokale von Herrn Kamphausen eine Zusammenkunft statt, welche von den Herren Kamphausen, Breuers, Nilges und der Mitglieder der Männerkongregation Odenkirchen einberufen war um die Gründung der Bruderschaft vorzunehmen. Zu dieser Versammlung waren außerdem der Herr Rektor Busar, Herr Klusen und Herr Hauptlehrer Langen und von jedem Straßenteil verschiedene Herren eingeladen.

Nachdem die meisten Erschienenen für die Gründung der Bruderschaft waren, wurde am Sonntag, den 17. Mai eine Vollversammlung einberufen und zugleich die Gründung vorgenommen.

In kernigen Worten legte Herr Walter Müllers, welcher die Versammlung leitete, den Erschienenen ans Herz, die Gründung zu vollziehen, um die kirchlichen Interessen zu bewahren sowie den Zusammenschluss der Bürger durch Einigkeit hochzuhalten. Der Vorstand wurde durch Zuruf, teils durch Akklamation wie folgt gegründet.

1. Vorsitzender Herr Walter Müllers              2. Vorsitzender Herr Walter Derichs

1. Schriftführer Herr Karl Nilges                   2. Schriftführer Herr Jos. Siebmanns

1. Kassierer  Herr Martin Thomas                 2. Kassierer  Herr Heinz Lasseur

sowie als Kassenrevisoren Herr Wilh. Pellen und W. Langen

Als Ehrenmitglied Herr Peter Klusen

Als Präfekt Herr Theo Peters

Die Genehmigung der Statuten wurde in der nächsten Versammlung am 24. Mai 1925 von allen Mitgliedern anerkannt.

 

Die knappe Bemerkung, dass einige Herren der Männerkongregation aus Odenkirchen an der Versammlung am 15. Mai 1925 teilgenommen haben, weist darauf hin, dass zu den Gründern der Bruderschaft Mitglieder der damals bestehenden „Bruderschaft Unserer lieben Frau zu Odenkirchen“ gehörten. Vielleicht kam sogar von dort aus die Anregung, in Hockstein eine eigene Bruderschaft zu gründen.

Jedenfalls steht fest, dass Hocksteiner Männer früher an der Bruderschaft in Odenkirchen regen Anteil nahmen, und dort auch Mitglied waren.

Die von dem Heimatforscher, Herrn Pfarrer Rixen, abgefasste Schrift über die Bruderschaft Unserer lieben Frau zu Odenkirchen gibt jedenfalls einen Hinweis mit folgendem Vermerk:

Im Odenkirchener Pfarrarchiv befindet sich eine vom 25. Mai 1909 datierte Beschwerdeschrift der Junggesellen aus Hockstein, das damals zur Pfarre Odenkirchen gehörte wegen angeblicher Unregelmäßigkeiten beim Vogelschuss der Hocksteiner Junggesellen am 3. Mai 1909 bei Frentzen in Wickrath. Dieser Brief ist unterzeichnet von 31 Junggesellen aus Hockstein. Die Angelegenheit wurde von beiden Seiten in Güte beigelegt.“

Dass sich seinerzeit aus Hockstein mit etwa 800 Seelen so viele Junggesellen am Vogelschuss beteiligten, beweist, wie groß das Interesse der jungen Menschen für die Sache der Bruderschaft war.

Um die Jahrhundertwende war sogar Friedrich Siebmanns, Hockstein, Im Grund, König von Odenkirchen.

Die Bruderschaft Unserer lieben Frau zu Odenkirchen existiert heute nicht mehr. Man könnte also sagen, dass die St.-Margareten-Bruderschaft eine Tochter der alten Odenkirchener Bruderschaft ist.

Der erste Vogelschuss fand bereits am 21. Juni 1925 statt.

„Am 21. Juni war Vogelschuß. Die Mitglieder versammelten sich bei Vennedey wo ein Rundzug mit Musik durch die Honschaft Hockstein veranstaltet wurde, zum Lokale von Herrn Kamphausen. Herr Wilhelm Pellen errang die Königswürde und wurde als erster Schützenkönig von Hockstein proklamiert. Nach dem Vogelschuß begann ein eifriges Arbeiten von allen Mitgliedern.“

Bis zur ersten Prunk vom 15. – 18. August 1925 wurden eine Fahne, ein Königssilber und „herrliche Uniformen“ angeschafft. Die Fahne wurde bei einer Firma in Kevelaer bestellt und kostete damals 700,- Mark.

Die Vorderseite der Fahne zeigt die hl. Margareta in Siegerpose, in der rechten Hand einen Palmzweig haltend. Links hält sie einen Kreuzstab mit Fahne der auf dem getöteten Drachen zu ihren Füßen steht.

[Bericht zur Fahne und Fahnenweihe]

 

 

Weiter heißt es zur Prunkfeier:

 „Die Ausschmückung der ganzen Ortschaft war mustergültig und wird wohl die beste Schmückung seit Bestehen von Hockstein gewesen sein."

Anfang der dreißiger Jahre, mit dem Anwachsen der nationalsozialistischen Bewegung gab es offensichtlich Auseinandersetzungen auch im Rahmen der Bruderschaft. So endet z. B. ein Protokoll vom 08.05.1932 mit den Worten:

„Brüder, seid bereit, wenn es heißt unser Schifflein wankt, hochzurichten die zerfallenen Segel und zu kämpfen für Glaube, Freiheit, Sitte und Moral."

 

1934 legte der erste Vorsitzende der Bruderschaft Walter Müllers sein Amt aus privaten Gründen nieder. Die Geschäfte wurden zunächst von seinem Stellvertreter Herrn Amhausen weiter geführt. Noch im gleichen Jahr wurde eine Generalversammlung einberufen, auf der Herr Heinz Göbels als neuer „Führer“ der Bruderschaft gewählt wurde. Dieser führte die Bruderschaft bis 1938.

(Das dritte Reich zwang auch die St.-Margareten-Bruderschaft zur sogenannten Gleichschaltung, so dass sich der Vorsitzende oder der Brudermeister „Führer der St.-Margareten-Bruderschaft" zu nennen hatte. Außerdem wurde die St.-Margareten-Bruderschaft gezwungen der Rheydter Schützengilde beizutreten. Als Margareten-Kompanie, womit die kirchliche Bindung der Bruderschaft praktisch aufgehoben wurde.)

[Stichwort Gleichschaltung:]

Der letzte Bericht über eine Generalversammlung, die am 26.01.1936 stattfand, befindet sich schon nicht mehr im handschriftlichen Protokollbuch, sondern mit Schreibmaschine geschrieben auf einem besonderen Bogen. Aus dem Inhalt geht hervor, dass nicht alle Mitglieder mit dem Ablauf der Dinge zufrieden waren. Trotzdem endeten viele Protokolle aus jenen Jahren mit einem Lobgesang auf Adolf Hitler.

Jahresbericht des Jahres 1935:

„… So schloss das alte Jahr im Sinne treuer Ergebenheit als treuer Christ für unseren Führer und Reichskanzler, der als treuer, opferbereiter Führer sein Vaterland Deutschland als sein Leben befruchtet. Möge Gottes reichster Segen ihn schützen, das Er noch lange lebe zum Segen unseres Vaterlandes.

H… H….. .“

 

Die bereits erwähnte letzte Eintragung vor dem 2. Weltkrieg vom 26.01.1936 enthält neben der Namensliste der St. Margareten Kompanie auch noch die Hinweise auf die folgenden Könige aus den nächsten drei Jahren. Sicherlich gab es aus diesen Jahren 1937 - 1939 irgendwelche Aufzeichnungen. Allerdings sind diese wohl für immer verloren gegangen.

So zerfiel dann die Bruderschaft vor dem Kriege und ruhte erst recht während des Krieges.

Aber bereits wenige Wochen nach Beendigung des Krieges, nämlich am 15. Juni 1945 fanden sich alte Bruderschaftler zusammen, welche die Bruderschaft am Leben hielten.

Trotzdem dauerte es noch bis zum 5. Juni 1949, bis sich genügend Mitglieder fanden um in einer Generalversammlung den offiziellen Schritt zu tun.

 

Neugründung nach dem 2. Weltkrieg:

Protokoll zur Neugründung der St. Margarethen-Bruderschaft am 05. Juni 1949

Am 5.6.49 tagte zum ersten Male nach 10-jähriger Unterbrechung wieder eine Versammlung der Bruderschaft im Lokale Baumeister. Die Versammlung war recht gut besucht. Der ehemalige 1. Vorsitzende Herr Martin Thomas begrüßte unter den Erschienenen auch den Präses Herrn Pfarrer-Rektor Radermacher.

Nach kurzem Gedenken der Gefallenen und verstorbenen Mitglieder sprach der 1. Vorsitzende über Wesen und Walten der Bruderschaft. Er übergab unserem Präses Herr Rektor Radermacher das Wort. Dieser legte an Hand der Satzungen besonders das religiöse Leben der Bruderschaft und Ihrer Mitglieder fest. Der Bitte des alten Vorstandes durch Neuwahl entlastet zu werden konnte aus technischen Gründen nicht willfahren werden. Es wurde beschlossen lediglich eine Ergänzung des Vorstandes vorzunehmen. Sie bestand aus den beiden Herren Walter Müllers und Jakob Reisen. Ferner zur Unterstützung des Vorstandes; die jungen Mitglieder Richard Reisen und Bert Kluth. Bei der ersten Versammlung wurden 48 Mitglieder aufgenommen.

 

2 Wochen nach der Neugründung der Bruderschaft fand im Lokale Kamphausen die erste Generalversammlung nach dem Krieg statt. Auf dieser Versammlung wurde Walter Müllers erneut zum 1.Vorsitzenden gewählt.

Beim ersten Vogelschuss nach dem Krieg gab es eine Kuriosität. Der Gebrauch von Gewehren war durch die Alliierten verboten. So versuchte man den Vogel mit einer Armbrust von der Stange zu holen. Als dies nach vielen vergeblichen Versuchen nicht gelang, ging man zum „Vogelputzen“ über. Hierbei wurde ein Vogel mit Kreide auf eine Tafel gezeichnet. Die Anwärter mussten dann mit verbundenen Augen und bewaffnet mit einem nassen Lappen den Vogel von der Tafel putzen. Wer als letzter einen Strich des Vogels ausputzte war König.

„Dabei fiel die Königswürde auf Hubert Müllers. Dieser übergab an seinen Vater Heinrich Müllers und damit hatte Hockstein den 1. neuen König nach dem Krieg, seine Majestät Heinrich I.“

Zur Kirmes 1949 traten an: Die Offiziere Theodor Scheiber (General), Herrmann Pöstges (Major), Peter Esser (Feldwebel), Walter Müllers (Kommandeur) und die Fahnenjunker Willi Giesers und Willi Esser. Fahnenträger war der spätere langjährige Brudermeister Willi Thomas. Hinzu kamen eine Jägergruppe, ein Zug der Schill´schen Offiziere und eine Reservistengruppe. Den Zugschluß bildeten der Doktor (Josef Heinen) und der Apotheker (Adolf Müllers).

 

Der spätere Brudermeister Willi Thomas als Fähnrich 1949

 

Zur Kirmes am 7. August 1949 waren 64 Männer Mitglieder der Bruderschaft. Bis zum Ende desselben Jahres stieg die Zahl der Mitglieder bereits auf 85. In den frühen 50er Jahren konnte die Mitgliederzahl stets auf über 90 gehalten werden. 1954 wurde mit 107 erstmals eine dreistellige Mitgliederzahl angegeben.

Der Vogelschuss durfte in diesen Jahren auch wieder mit dem Gewehr ausgetragen werden und fand jedes Jahr am Himmelfahrttag statt. Nicht nur für die Hocksteiner Schützenbrüder war dies ein großer Tag ein. So berichteten damals schon regelmäßig die hiesigen Zeitungen von diesem Ereignis.

 

Auszug aus dem [Zeitungsbericht] anlässlich des Vogelschusses am 27.05.54:

 Rheydt. So wie überall im Lande flimmerte am Himmelfahrtstage auch über den Äckern und Wiesen in Hockstein die Sonnenglut. Es war ein heißer Tag. Für die Schützen der St. Margarethen-Bruderschaft ganz besonders denn es galt den neuen König zu ermitteln. Der bisherige König Josef Schlömer wurde abgeholt und zum Schießstand bei Baumeister begleitet. Herr Pastor Radermacher, der ein starker Förderer der Bruderschaft ist, wurde von allen begrüßt. Während man dem Vogel mit gut gezielten Schüssen zu Leibe ging, rollte nebenan die Kugel auf der Kegelbahn in die Gassen. Schließlich hatte Peter Müllers den Meisterschuß getan. Dann begaben sich die Jungschützen auf den Schießstand. Josef Schlömer – der Sohn des letzten Königs – wurde Jungkönig. Unermüdlich griffen die Mitglieder des seit einem Jahr wieder unter der Leitung von Martin Dauvermann stehenden Trommlercorps Hockstein zu den Instrumenten. Am Abend saßen alle Mitglieder und Gönner der Bruderschaft im Kronprinzen zusammen und erwiesen bei der Proklamation dem neuen König die Ehre. In der ersten Woche im August wird dann anläßlich der Kirmes der Hauptakt folgen.“   

Am gleichen Tag bekam Brudermeister Walter Müllers den „Bruderschaftsorden des Zentralverbandes“ überreicht. „Ein hierzu künstlerisch gestaltetes Diplom wird noch nachgereicht“

Walter Müllers bedankte sich für diese hohe Auszeichnung herzlich und mit Tränen in den Augen.

Mit dieser Auszeichnung erhielt der Brudermeister auch spezielle Rechte: „Rechte des Ausgezeichneten: Der Ausgezeichnete hat das Recht diesen Orden auf allen großen Veranstaltungen der Schützenbruderschaften zu tragen und kann einen Ehrensitz beanspruchen.“

1955 fand erstmals nach vielen Jahren wieder ein Bezirksverbandskönigsschießen statt. Alle Majestäten aus Mönchengladbach, Rheydt und Korschenbroich waren dazu eingeladen. Bei diesem Schießen wurde der der damalige Schützenkönig aus Hockstein, Toni Happe, 2. Ritter für das folgende Jahr und nahm mit einer großen Abordnung der Bruderschaft auch am Bundeskönigsfest in Neuss teil. Auch bei vielen weiteren Terminen mit dem Bezirkskönig Fritz Esser aus Korschenbroich wurde die Bruderschaft von Toni Happe würdig vertreten.

 

Der 1. Vorsitzende Walter Müllers erkrankte 1959 so schwer, dass er erstmals nicht aktiv an der Kirmes teilnehmen konnte. "Als der Festzug an seinem Haus vorbei kam, nahm er nochmal alle zur Verfügung stehenden Kräfte zusammen und begrüßte die Bruderschaft vor seinem Haus. Er ermahnte die Bruderschaftler zur Einigkeit und Treue gegenüber der Bruderschaft. Die Worte die der Brudermeister sprach waren so rührend daß viele mit Tränen in den Augen Abschied von ihm nahmen.“

 

Walter Müllers, Mitbegründer und langjähriger Vorsitzender der Bruderschaft

 

Walter Müllers verstarb am 16. Dezember 1959.

„Leider verstarb an diesem Tag unser Brudermeister Walter Müllers. Die gesamte Bruderschaft, soweit abkömmlich verabschiedete sich von dem Toten und gab ihm das letzte Geleit. Seinem Wunsch entsprechend wurde er mit allen ihm zustehenden Ehren begraben. Es folgten dem Sarge Trommlercorps – Musik – König – Fahnengruppe und Abordnungen anderer Bruderschaften. Ehrende Worte fand unser Kommandeur Willi Thomas am Grabe.“

Willi Thomas wurde im Januar 1960 von den Mitgliedern zum neuen Brudermeister gewählt. Unter seiner Leitung entwickelte sich die Bruderschaft zu einer wichtigen und verlässlichen Gruppierung in Hockstein, die sich bei kirchlichen und weltlichen Anlässen präsentierte. Zu dieser Zeit stellte der Vereinswirt Hans Zimmermann der St. Margareten Bruderschaft den Zeltplatz zur Verfügung.

Luise Zimmermann kümmerte sich in ihrer unnachahmlichen Art um die geschäftlichen Belange. Sie stellte den Ausschank und schloss die Musikverträge. Da die Zugteilnehmer noch keine eigenen Uniformen besaßen, übernahm sie auch die Leihgebühren dafür. Über Jahrzehnte hielt diese für beide Seiten gute Zusammenarbeit.

Die Feierlichkeiten zur Hocksteiner Kirmes liefen in den nächsten Jahren unter der Führung von Willi Thomas problemlos, ohne langweilig zu werden. Schließlich gelang es jedem König ein würdevolles Fest zu arrangieren. Nach dem Tod von Pfarrer Radermacher am 20.05.1962 wurde mit Franz Christian Schul im Oktober desselben Jahres feierlich ein neuer Pfarrer in Hockstein eingeführt. Er wurde schnell ein Freund der Bruderschaft und feierte und musizierte auch gern mit.

 

      

Pastor Franz Schul, Freund der Musik und der Bruderschaft

 

1971 wurde er sogar bedingt durch einen Trauerfall Schützenkönig in Hockstein. Josef Giesers hatte  beim Vogelschuss die Königswürde erlangt. Sein Vater, Fahnenoffizier Peter Giesers verstarb jedoch im Frühjahr 1971, was nicht nur für die Familie sondern auch für die Bruderschaft einen großen Verlust bedeutete. Unter großer Teilnahme der Bruderschaft wurde Peter Giesers am 4.April 1971 beerdigt. Mit Rücksicht auf den Tod seines Vaters bat Josef Giesers darum, für sein bevorstehendes Amt einen anderen Mann zu suchen. Die Proklamation hatte zu diesem Zeitpunkt noch nicht statt gefunden. Auf der Vorstandssitzung am 07. Mai 1971 erklärte sich Pastor Schul bereit, das Amt zu übernehmen. Für Hockstein gewiss eine kleine Sensation. Die Versammlung am 18. Juli 1971 war mit dieser Regelung mehr als einverstanden.

Eine Königin gab es in diesem Jahr verständlicherweise nicht. Dafür wurden Pastor Schul gleich vier statt der üblichen zwei Minister zur Seite gestellt: Dr. Heinz Dohr, Dr. Guido Zipp, Theo Scheiber und Toni Thiel.

 

Als Kommandeur fungierte zum zweiten Mal Helmut Mones, 1963 selber König in Hockstein. Unter seiner vorbildlichen Führung gab es viele schöne Umzüge in Hockstein. 1974 wurde er zum Generaloberst ernannt, behielt aber auch die Aufgabe des Kommandeurs. Erst 1992 gab er dieses Amt an Josef Onkelbach weiter und wurde durch den Vorstand auf der Kirmes zum ersten Generalfeldmarschall in Hockstein ernannt.

Erstmals in der Geschichte der Bruderschaft fand der Vogelschuss 1971 am Kirmes-Dienstag im Festzelt statt. Die Krönung des neuen Königs wurde ab sofort auf dem Herbstfest vollzogen.

Die Kirmes im Jahr 1975 stand ganz im Zeichen des 50-jährigen Bestehens der Bruderschaft. Mit König Peter Nilges, seinen Ministern Toni Küppers und Ludwig Reisen, sowie Jungkönig Lothar Esser feierte die gesamte Bruderschaft ein herrliches Fest. Pastor Schul erlaubte sich in einer Ansprache „allen Beteiligten, vom Brudermeister bis zum letzen Bruderschaftler, von den Musikanten bis zu den Wirtsleuten ein herzliches Dankwort zu sagen“.

Zum Schützenfest 1978 wurde das aktuelle Königssilber angeschafft. Herr Gerhard Zipp, 1965 selbst Jungkönig in Hockstein, trennte hierzu die Hauptplakette vom alten Silber und arbeitete diese schmuckvoll in die neue Kette ein. Lambert Schürmann war der erste Schützenkönig, der diese neue Kette tragen durfte. Die bis dahin getragene Kette mit den Anhängern eines jeden Königs wird seitdem in der Kirche aufbewahrt.

 

König Lambert Schürmann mit der neuen Königskette 1978 umrahmt von seinen Ministern Günter Engeln (l.) und Günter Stein

 

[Unser Schützensilber]

1986 wurde an der Kette ein Vogel angebracht um das Silber schmuckvoller zu machen und um an den Vogelschuss zu erinnern, welcher zur Erlangung der Königswürde erforderlich ist. Auf der Rückseite der Großen Plakette sind alle Könige bis 1939 verewigt. Die Vorderseite ziert unsere Schutzpatronin, die hl. Margareta von Antiochien, eine der 14 Nothelfer. Ihr zu Füßen liegt der von ihr besiegte Drache. Um die Margareta herum sind die Schriftzüge „ST. MARGARETA BRUDERSCHAFT“ und „ST. MARGARETA BITTE FÜR UNS“ zu lesen. Die Plakette ist mit zahlreichen Ornamenten verziert. Über dem obersten Schriftzug ist das Zeichen für Pax Christi (der Friede des Herrn) eingraviert.

Darüber sind zwei kleinere Plaketten als Bindeglieder zur eigentlichen Kette angebracht. Die untere Plakette zeigt einen Vogel der eine Krone trägt, ebenfalls als Zeichen für die durch Vogelschuss erreichte Königswürde. Die obere Plakette trägt nochmals den Schriftzug der Bruderschaft in einer modernen Schriftart. Das Gründungsjahr „1925“ ist umrahmt von 2 Kronen.

An diese Plakette schließt sich die Kette mit zunächst 13 quadratischen Namensplaketten für je 4 Namen der Könige seit der Neugründung nach 1949 an. Vor oder hinter jedem Namen ist eine Krone in die Plakette eingearbeitet. Aus Platzmangel wurde die Kette 2001 um 7 Plaketten erweitert.

Die Königskette aus der Gründerzeit ist im Krieg verloren gegangen. Der langjähriger Major Peter Nilges, der sich sehr um historische Aufzeichnungen bemüht, hat in vielen Jahren leider vergeblich versucht diese Kette ausfindig zu machen. Es wird vermutet, dass sie während des 2. Weltkriegs im Osten Deutschlands verloren ging.

Plötzlich und unerwartet verstarb am 10.Oktober 1985 unser Präses Pastor Franz Schul, nachdem er erstaunlich gut von einem Herzinfarkt erholt schien. Es begann eine Zeit in der mehrere Pfarrer nach Hockstein kamen und die Honschaft nach kurzer Zeit wieder verließen. Die änderte sich erst 1993 mit Pfarrer Harald Josephs. Obwohl er nicht allen Dingen der Bruderschaft gegenüber aufgeschlossen war, unterstützte er die hiesigen Vereine wo er nur konnte.

1987 begann für die Bruderschaft eine besondere Zeit.

Durch den Verkauf der Gaststätte Zimmermann und der daraus resultierenden Geschäftsaufgabe der Eheleute Hans und Luise Zimmermann stand die Bruderschaft vor einem großen organisatorischen Problem. Erstmals musste die komplette Kirmes finanziell allein gestemmt werden. Der Vorstand wagte mit einem anderen Zeltwirt und einigen Schaustellern einen Neuanfang. Unter der Leitung von Brudermeister Willi Thomas wurde dieses erste Jahr ein voller Erfolg. Erleichtert und froh über diesen guten Einstand in eine neue Zeit gab Willi Thomas im Januar 1988 sein Amt nach 28 Jahren erfolgreicher Arbeit ab. Noch auf der gleichen Versammlung wurde Willi Thomas auf Antrag einstimmig zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Rolf Kremer trat nun die Nachfolge an und stand mit seinem neuformierten Vorstand gleich vor einem weiteren Problem.

Auf dem ehemaligen Zeltplatz neben der Gaststätte wurde ein Mehrfamilienhaus errichtet und es musste ein neuer Aufstellort für das Zelt gefunden werden. Spontan erklärten sich Kirchenvorstand und Pfarrgemeinderat bereit, die Wiese vor der Kirche für den Zeltbau zur Verfügung zu stellen.

Luise Zimmermann verstarb im August 1988. Ihr Gatte Hans folgte ihr im April 2000. Die Bruderschaft nahm an beiden Beerdigungen regen Anteil, wusste man doch was man den langjährigen Wirtsleuten in all den Jahren zu verdanken hatte. Es wurde in den frühen 90er Jahren sogar ein Antrag auf Verleihung des Bundesverdienstkreuzes für Hans Zimmermann gestellt. Alle Hocksteiner Vereine unterstützen diesen Antrag. In der Tat wurde Hans Zimmermann kurz darauf das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen.

1995, zum 70-jährigen Bestehen, gab es erstmals einen Kaiser in Hockstein. Josef Onkelbach war nach 1985 und 1991 zum dritten Mal König und durfte somit auch den Titel Kaiser tragen.

>Karl Nilges I. war ebenfalls dreimal König (1935, 1950 und 1951) wurde aber nicht als Kaiser gefeiert<

Zum Jubiläum wurde auch ein Gildebaum angeschafft, mit den Wappen der Hocksteiner Vereine und Bruderschaftsgruppen. Erstmals wurde dieser Baum am 02. Juli 1995 unter großer Anteilnahme der Hocksteiner Bevölkerung aufgestellt. Unter der musikalischen Begleitung des Trommler-Corps Hockstein wurde anschließend ein zünftiges Richtfest gefeiert. Seit 1996 wird der Baum immer am Himmelfahrtstag zur Eröffnung des Frühlingsfestes aufgestellt und ziert den Dorfplatz am Haus Zimmermann bis in den Herbst hinein.

 

Das erste Errichten des Gildebaums am 02. Juli 1995

 

Ebenfalls 1995 wurde eine weitere Änderung beschlossen. Erstmals in der Geschichte der Bruderschaft durften auch Frauen Mitglieder werden. Besonders die (jungen) Damen des Trommler-Corps Hockstein traten nun in die Bruderschaft ein. So wurde 1997 erstmals mit Tina Coslar ein weibliches Mitglied Jungkönigin. In den nächsten 10 Jahren  sollten noch 4 weitere junge Damen Jungkönigin werden. Auf die erste Königin wartet die Bruderschaft allerdings noch.

Natürlich sind die Bruderschaftler stolz darauf, „dass uns unsere Frauen bei allen Aufgaben und Festen begleiten.“ Besonders erfreulich ist es, dass sie seit Jahrzehnten den Klompenball am Kirmesmontag so wunderschön gestalten. Auch hier hat es in den letzten Jahren einen Wechsel gegeben. Früher waren es Fine Esser (Holste) und Traudchen Frömmel, die den Klompenzug der Frauen führten. Fine Esser wird wie viele unvergessen bleiben, da sie mit ihrer Statur dem Klompenzug einen imposanten Anblick bot. Auch Lenchen Gans zeigte 1956 hoch zu Ross, „dass die Hocksteiner Frauen die Zügel fest in der Hand halten.“ Nach und nach wurden die Aufgaben weitergegeben.

Bis vor einigen Jahren wurden die [Klompenfrauen] in gleich guter Weise von Marita Nilges und Brigitte Kamps angeführt..
Heute werden die Klompenfrauen von Sabine Baulig, Martina Oellers und Michaela Zimmermann angeführt. Auch die Kinder sind gern gesehener Bestandteil des Klompenzuges.

 

Brudermeister Walter Müllers inmitten der Klompenfrauen beim Königsfrühstück

 

Mit einer sehenswerten Ausstellung der Vereinsgeschichte und des Silberschmucks in der Zweigstelle Hockstein der Stadtsparkasse Mönchengladbach begannen die Festlichkeiten zum 75-jährigen Bestehen der Bruderschaft im Jahr 2000. König im Jubiläumsjahr war Peter Jülich. Ihm zur Seite standen die Minister Peter Nilges und Bernd Hess. Jungkönig war Oliver Kremer, Sohn des damaligen Brudermeisters. Seine Minister waren Sascha Meurer und Dominik Schäfer. Die Mitgliederzahl stieg in diesen Jahren auf über 200.

  

2004 gab Rolf Kremer nach 16 Jahren sein Amt als Brudermeister ab. Jürgen Lenz, seit 4 Jahren Mitglied in der Bruderschaft wurde sein Nachfolger. Unter seiner Führung wurden einige Veränderungen durchgeführt.

Zunächst wurde das Offizierscorps der Bruderschaft neu organisiert und erweitert.

Peter Nilges wurde zum Major Ehrenhalber erklärt, da er aufgrund seines vorgerückten Alters nicht mehr aktiv an den Umzügen teilnehmen konnte. Arno Dickhaut wurde als Nachfolger von Günter Stein General. Günter Stein, der eigentlich das Offizierscorps verlassen wollte, wurde kurzerhand zum 2. Generalfeldmarschall nach dem 1996 verstorbenen Helmut Mones befördert. Georg Pomp wurde Hauptmann und Norbert Goertz Fregattenkapitän. Spieß wurde für ein Jahr Frank Fließgarten, bevor er von Josef Onkelbach das Kommando über die Festzüge übernahm. Die Fahne wurde bereits seit 2001 von Horst Potz getragen. Er erfüllte bis zu seinem Tod am Kirmes-Sonntag 2008 seine Aufgabe vorbildlich. Toni Holthausen wurde im Januar 2009 vom Jägerzug Hubertus als neuer Fähnrich vorgestellt und von der Versammlung einstimmig bestätigt.

2007 gab es erstmals einen von der Bruderschaft organisierten und durchgeführten Weihnachtsmarkt, der gleich im ersten Jahr für regen Zulauf am Kirchenvorplatz sorgte. Mehrere hundert Besucher machten diesen Tag zu einem vollen Erfolg. Die Aussteller kamen nahezu ausnahmslos aus der Honschaft. 2008 wurde die Gemeinnützigkeit beantragt und bewilligt. Im Jahr 2010 wird die Bruderschaft die Eintragung ins Vereinsregister beantragen. Sie wird dann zur „St. Margareten-Bruderschaft 1925 e.V.“

 

Jürgen Lenz, Brudermeister in Hockstein 2004 - 2014

 

2005 wurde Willi Thomas während der Hocksteiner Kirmes mit einem einmalig verliehenen Ehrenorden bedacht, als Auszeichnung für seine 70-jährige Zugehörigkeit zur Bruderschaft. Gerührt und mit Tränen in den Augen nahm er voller Stolz die Auszeichnung entgegen. Es sollte der letzte Auftritt des Ehrenbrudermeisters sein. Eine Woche nach der Kirmes starb Willi Thomas im Alter von 89 Jahren. Die Beerdigung fand auf dem Hocksteiner Friedhof unter großer Anteilnahme der Bevölkerung statt.

 

Willi Thomas, Brudermeister von 1960 – 1988, danach Ehrenbrudermeister

 

2007 wurden zwei höchstverdiente Bruderschaftler geehrt. Peter Nilges und Günter Stein bekamen vom Bezirksbundesmeister Horst Thoren das Schulterband zum St. Sebastianus-Ehrenkreuz verliehen. Die Auszeichnung hatte vor den beiden lediglich Willi Thomas 1983 aus den Händen von Willy Metzer erhalten.

Durch die Öffnung der Bruderschaften für Frauen ist es auch in Hockstein zu Veränderungen gekommen. Mittlerweile gibt es eine erste reine Frauengruppe, die Hocksteiner Amazonen. Auch im Vorstand ist mit Petra Zimmermann als Beisitzerin ein weibliches Mitglied vertreten.

Seit 2007 sind die Amazonen um Renate Langen ein fester Bestandteil der Bruderschaft und auch bei den ungeliebten Arbeitsterminen sind die Damen immer dabei. Im Jahr 2010 stellen sie mit Olivia Möller gleich die erste Ministerin in Hockstein. König ist Volker Langen, dessen Frau Nicole ebenfalls aktiv bei den Amazonen mit marschiert. 2. Minister ist Christian Neuhausen. Jungkönig ist Stefan Busen, Minister sind Tim Beiten und Thomas Gött.

 

Die Hocksteiner Amazonen, hier beim Stadtschützenfest 2009

 

Reiche Früchte hat auch die Jugendarbeit in den letzten 10 Jahren getragen. Seit 2001 geht jedes Jahr eine unbestimmte Zahl Hocksteiner Kinder in Knappenuniformen bei den Festzügen mit, welche von Damen aus der Bruderschaft angefertigt wurden. Einige ältere ehemalige Knappen bilden die Jungschützengruppe. Und aus ehemaligen Jungschützen entstand im letzen Jahr sogar eine selbstständige neue Gruppe, der Matrosenzug Hockstein. Zur Hocksteiner Kirmes 2009 präsentierten die jungen Männer erstmals ihre eigenen Uniformen, die der Matrosenuniform der deutschen Marine nachempfunden wurde.

 

Der Matrosenzug Hockstein beim Stadtschützenfest 2009,

vorne: Gruppenführer Tom Zander

 

Ebenfalls 2009 gab es beim Stadtschützenfest für die Hocksteiner Bruderschaft eine große Überraschung. Das Stadtschützenfest, früher Bezirksverbandskönigsschießen, wird seit 1981 regelmäßig jedes Jahr im September durchgeführt. 38 Bruderschaften und 12 Kapellen, darunter seit vielen Jahren das Hocksteiner Trommler-Corps präsentieren sich dort der Mönchengladbacher Bevölkerung. Auch die hiesigen Politiker sind in historischen Uniformen und zum Teil hoch zu Pferd mit von der Partie.

Alle 38 Majestäten aus dem Bezirksverband Mönchengladbach, Rheydt und Korschenbroich dürfen dort um die Bezirkskönigswürde mit schießen. Norbert Goertz, der Hocksteiner König 2009, errang beim Stadtschützenfest am 5. September diese Bezirkskönigswürde, zum ersten Mal in der Hocksteiner Bruderschaftsgeschichte. Nun wird er im Jahr 2010 die Hocksteiner Bruderschaft bei vielen Festlichkeiten im Bezirksverband vertreten.

 

Bezirkskönig 2010 Norbert Goertz mit Bezirksbundesmeister Horst Thoren (l.) und Oberbürgermeister Norbert Bude (r.),sowie seinen beiden Ministern

 

Zu Beginn des Jahres 2010 meldeten sich 22 neue Mitglieder in der Bruderschaft an. Einige der neuen Mitglieder gründeten auch gleich eine neue Gruppe. Den 1. Artilleriezug Kaliber 67,5mm Hockstein. Ihren ersten Auftritt hattenn sie zur Hocksteiner Kirmes 2010 haben.

Die Bruderschaft ist angetreten, um bei allen kirchlichen und weltlichen Festen in der Honschaft teilzunehmen, zu unterstützen und zu helfen.

Das soziale Engagement hat man in den letzten Jahrzehnten ebenfalls ausbauen können. Jedes Jahr werden karitative Einrichtungen oder Hilfsbedürftige mit erheblichen Beträgen unterstützt. Wie in der Vergangenheit verzichtet die Bruderschaft hierbei auf jegliche Veröffentlichung.

Unterstützung ist nicht nur gut wenn man sie geben kann. Bei der Errichtung des Gildenbaumes am Dorfplatz konnte man auf die Unterstützung von Damen und Herren der Politik und der Stadtverwaltung ebenso zählen, wie bei der Suche nach einem Ausweichplatz für die Kirmes, als der Kirchenvorplatz gesperrt war. Im Jahr des Kirchenumbaus wurde der Schulhof zur Verfügung gestellt. Eine wachsende Anzahl Menschen unterstützt  in jedem Jahr durch Sachleistungen oder finanzielle Zuwendung die Bruderschaft.

Gegenseitige Unterstützung gibt es aber auch innerhalb der Hocksteiner Vereine.

Eine besondere Freundschaft verbindet die Bruderschaft mit dem Hocksteiner Trommler-Corps. Obwohl es sich um einen eigenständigen Verein handelt, sind fast alle Spielleute gleichzeitig auch Mitglieder der St. Margareten Bruderschaft. Die tolle Marschmusik bei den Kirmesumzügen und ganz besonders die Auftritte beim Familienball am Kirmesdienstag sind absolute Höhepunkte.

Ein besonderer Höhepunkt in der Verbindung beider Vereine war das Stadtschützenfest 2013. Hier wurde der aktive Trommler Michael Kremer am 01. September 2013 zum zweiten Hocksteiner Bezirkskönig gekrönt. Wie bereits 2010 nahmen viele Hocksteiner Schützen zu Ehren des neuen Bezirkskönigs am Festzug und an der Parade teil. Danach durfte das Trommler-Corps Hockstein für "seinen" Bezirkskönig den Großen Zapfenstreich vor mehreren tausend Zuschauern spielen.

Der Bezirkskönig für das Jahr 2014: Michael Kremer mit Frau Barbara und den Kindern Phillip, Tom, Oliver, Julia und Merle (v.l.n.r.) nach dem Vogelschuss am 31.08.2013

Mit Bezirkskönig Michael Kremer nahm die Bruderschaft auch erstmals seit vielen Jahren wieder an Bundesfesten teil. 2013 fand dies in der Diözese Paderborn in Geseke statt. 2014 erstmals im benachbarten Ausland. Beide Bundesfest wurden auch vom Trommler-Corps Hockstein musikalisch begleitet. In Kerkrade (Holland) schossen Michael Kremer und sein Minister Frank Doumen auch um die Würde des Bundes- bzw. Diözesankönigs. Obwohl beide Schützen das beste Ergebnis des Bezirksverbandes seit über 20 Jahren erzielten erreichten sie leider nicht das angestrebte Ziel. Frank Doumen erzielte dabei immerhin das zweitbeste Ergebnis in der Diözese Aachen.

Bezirkskönig Michael Kremer mit seiner Frau Barbara und Tochter Merle beim Vorbaimarsch an der Ehrentribüne in Kerkrade. Dahinter Minister Frank Doumen mit Frau Angelika.

Das Trommler-Corps Hockstein beim Bundesfest 2014 in Kerkrade, rechts im Bild  der Bezirkskönig des Jahres  2013 - Bernd Knitter

Auch die Matrosen waren mit in Kerkrade. Hier im Bild v.l. Julia Kremer, Marcel Tollens und Anna Potting. Ganz links im Bild - Bezirksbundesmeiser Horst Thoren

 

Hockstein ist in den letzten 30 Jahren erheblich gewachsen. Zahlreiche Neubaugebiete und die Bebauung der Böningstraße haben die Anzahl der Einwohner fast verdreifacht. Nicht alle Neubürger konnten für eine Mitgliedschaft gewonnen werden, obwohl die Mitgliederzahl sich seit dieser Zeit erheblich vergrößert hat, aktuell auf über 280. Die Bruderschaftler stellen jedoch fest, dass die „Neuhocksteiner“ bei den Festen, besonders bei der Kirmes regen Anteil nehmen und durch ihren Besuch die Bruderschaft unterstützen.

Die letzten 30 Jahre haben das Bild der Bruderschaft verändert. Die Unterhaltungsangebote in der Stadt sind für alle Menschen größer geworden. Ein Teil der Mitglieder hat seinen Wohnsitz nicht mehr in Hockstein.  Immer weniger Menschen sind bereit, Zeit und Arbeit zu investieren und Verantwortung im gemeinnützigen Rahmen zu übernehmen. Die Gefahr besteht, dass sich das Bruderschaftsleben in der Zukunft auf das Kirmesfeiern reduziert. Daher wird es eine der großen Aufgaben der Zukunft sein, die Bruderschaft trotz der nicht so guten Randbedingungen durch die nächsten Jahre zu führen. Benötigt wird dabei die innere Unterstützung der Mitglieder aber auch die der Hocksteiner Bevölkerung.

Im Vertrauen auf Gott blickt die St. Margareten Bruderschaft Hockstein dankbar auf die letzten 85 Jahre zurück und ist sicher, dass es sich lohnt, für ein Weiterbestehen und ein Aufrechterhalten der Traditionen in der Honschaft Hockstein einzutreten.

 

Die Brudermeister der St. Margareten Bruderschaft                                                     

1925 – 1934  Walter Müllers 1934 – 1938   Heinz Goebels 1938 – 1949    Martin Thomas
1949 – 1960  Walter Müllers 1960 – 1988   Willi Thomas 1988 – 2004    Rolf Kremer
2004 – 2014  Jürgen Lenz 2014 -  2017   Ralf Kremer seit 2017 Jürgen Lenz

 

Die Gruppen der St. Margareten Bruderschaft (nach Gründungsdatum sortiert)

Marinegruppe  1954     aufgelöst
Jägerzug Hockstein    1969    Neugründung, Erstgründung 1925
Schwarze Herren  1970  
Musketierzug                          1978  
Jägerzug Hubertus  1980     seit dem 1. Juli 1990 Fahnengruppe
Weiße Husaren 1980  
Blaue Infanterie  1983  
Lützow Husaren 1988  
Weiße Grenadieroffiziere 1990    heute Königsadjutanten
Hocksteiner Knappen  2001    Kindergruppe im Alter von 5 – 12 Jahren
Hocksteiner Jungschützen 2005    Jugendgruppe – ab 12 Jahren
Hocksteiner Amazonen 2007    Erste reine Frauengruppe
Matrosenzug Hockstein 2008  
1. Artilleriezug 2010    Kaliber  67,5mm Hockstein

        

 

Die Schützenkönige der St. Margareten-Bruderschaft seit ihrem Bestehen

 

1925

Wilhelm Pellen

1978

Lambert Schürmann

1926

Theodor Scheiber

1979

Josef Paquet

1927

Hubert Müllers

1980

Karl Heinz Herrmann

1928

Johann Peters

1981

Karl Nilges II.

1929

Alois Schnitzler

1982

Karl Nilges III.

1930

Hermann Kraft

1983

Willi Langen

1931

Johann Peters

1984

Karl Lindgens

1932

Josef Bongartz

1985

Josef Onkelbach

1933

Josef Kitz

1986

Peter Kremer

1934

Otto Müllers

1987

Peter Jülich

1935

Karl Nilges I.

1988

Bernd Hess

1936

Johann Lenzen

1989

Josef Langen

1937

Johann Verhoeven

1990

Rolf Kremer

1938

Friedrich Kronen

1991

Josef Onkelbach

1939

Josef Esser

1992

Toni Holthausen

1949

Heinrich Müllers

1993

Horst Potz

1950

Karl Nilges I.

1994

Dietmar Oellers

1951

Karl Nilges I.

1995

Josef Onkelbach, somit Kaiser

1952

Theodor Hurtz

1996

Dirk Werner

1953

Josef Schlömer

1997

Klaus Müllers

1954

Peter Müllers

1998

Paul Müllers

1955

Toni Happe

1999

Ralf Kremer

1956

Josef Schlömer

2000

Peter Jülich

1957

Heinrich Rissdorf

2001

Bernd Engeln

1958

Toni Küppers

2002

Dirk Wilhelms

1959

August Grams

2003

Erich Wolters

1960

Josef Giesers

2004

Ralf Smetz

1961

Willi Thomas

2005

Frank Bär

1962

Johann Lenzen

2006

Andreas Tillmann

1963

Helmut Mones

2007

Stefan von Ameln

1964

Dr. Guido Zipp

2008

Wolfram Schäben

1965

Willi Esser

2009

Norbert Goertz

1966

Paul Büttgen

2010

Volker Langen

1967

Heinz Müllers

2010 Bezirkskönig   Norbert Goertz

1968

Gerh. Laumanns

2011 Wolfgang Lièvre

1969

Hans J. Gessing

2012 Stefan von Ameln

1970

Peter Giesers

2013 Michael Kremer

1971

Pastor Franz Schul

2014 Ralf Wetzig

1972

Günter Stein

2014 Bezirkskönig   Michael Kremer

1973

Hubert Nilges

2015 Bernd Engeln

1974

Josef Giesers

2016 Christian Neuhausen

1975

Peter Nilges

2017 Wolfgang Steffens

1976

Peter Esser

2018 Melanie Tillmann, 1. Königin

1977

Josef Lützerath

2019 Barbara Kremer